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farbenblind.art

Der Name meiner Webseite kann durchaus die Fragen aufwerfen, was ich mit farbenblind.art aussagen will...


...Und ja, ich bin farbenblind. Korrekterweise muss ich das genauer erklären, da ich ja nicht eine vollständige Farbenblindheit aufweise, sondern Farben welche Rot- und Grüntöne enthalten, mindestens teilweise verändert, schlecht oder gänzlich nicht erkenne. Das heisst jedoch nicht, dass die Farbe in Grautönen dargestellt werden. Beispielsweise erkenne ich die Herbstfarben eines Waldes nicht in ihrem orange-rot. Ich interpretiere die Farben weiterhin als Grüntöne, auch wenn die Farben leuchtender und farbiger daherkommen.


Wenn ich also unreflektiert die Rohdatei für ein Foto entwickle besteht durchaus die Gefahr Bonbon-Bilder zu schaffen, welche für "Normalsichtige" ein "Farbgeschrei" bedeuten.


Das Interessante und für mich Herausfordernde ist dabei, dass dies das gesamte Farbspektrum umfassen kann, da die Farben oft rot und grün in Teilen beinhalten.


Jede Person mit Farbenblindheit die ich kenne, hat relativ lustige Geschichten, teilweise auch Geschichten zum Verzicht, zu erzählen. Bei mir gab es mehrere kleine Hinweise, welche anzeigten, dass ich diese spezielle Weltsicht von meinem Grossvater geerbt habe.

Da war die Zeichnung im Kindergarten, auf die ich doch recht stolz war. Man muss dazu sagen, dass ich ein relativ gutes Talent fürs Zeichnen und Malen habe. Allerdings wurde mir rückgemeldet, dass ich Himmel und Erde farblich vertauscht habe.

Da waren die Gummibälle, welche ich ihn Rot und Grün erhielt. Im Spiel auf der Wiese hatte ich nie Probleme den grünen Ball zu finden. Für den Roten musste meine Familie mich praktisch mit der Nase drauf stossen. Unmöglich für mich im Gras zu finden.


Für mich bedeutete dieses spezielle Farbensehen damals den Verzicht auf das Verfolgen einer kreativen Ausbildung (Kunstgewerbeschule, Goldschmied, Fotograf).


Mit der Zeit lernt man auch mit dieser Schwäche umzugehen und Farbnuancen besser zu interpretieren. Trotzdem ist es oft so, dass ich Farbmuster und Pipette nutze, um nicht in die falsche Richtung zu arbeiten. Notfalls hilft mir meine Familie :-).


Ich erlebe die "Farbseh-Schwäche" jedoch nicht als Limitierung. Ich sehe die Welt nun mal einfach etwas anders. So wie rund weitere 8% der Weltbevölkerung. Das ist auch der Grund, weshalb ich nicht einfach in Schwarz-Weiss fotografiere. Die Sicht auf die Welt ist sowieso farbiger und vielschichtiger, als die meisten sie sehen. Es ist mir ein Anliegen, diese Schichten zwischen Licht und Schatten, zwischen den Farben und zwischen den Zeilen, zu erkennen, so wie ich es vermag. Das macht mein Erkennen der Welt mit aus, das ist meine Eigenart und darauf bin ich auch stolz.


...Und seien wir doch ehrlich: Jeder sieht die Welt nun mal nur aus seinen Augen. Wer kann da sagen, wie sie wirklich ist.


Hier noch ein Artikel aus dem Geo zur Farbenblindheit



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