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Warum ein gutes Porträt mehr zeigt als ein Gesicht

  • Autorenbild: Iwan Studer
    Iwan Studer
  • 1. Juli
  • 1 Min. Lesezeit

Wir leben in einer Zeit, in der täglich Milliarden von Bildern entstehen. Doch nur wenige dieser Bilder bleiben in Erinnerung. Sie zeigen, wie jemand aussieht – aber nicht, wer dieser Mensch ist.



Ein Porträt ist für mich eine Begegnung. Es ist der Moment, in dem eine Beziehung entsteht – ein stiller Dialog zwischen meinem Gegenüber und mir. Bis heute arbeite ich als Teamcoach im Gesundheitswesen. Dort begegne ich täglich Menschen mit ihren Geschichten, Hoffnungen und Konflikten. Meine Aufgabe ist nicht, zu urteilen, sondern zu verstehen. Diese Haltung prägt auch meine Fotografie.


Wenn ich durch den Sucher blicke, suche ich den Moment, in dem sich etwas zeigt, das über das Offensichtliche hinausgeht. Ein gutes Porträt beantwortet keine Fragen, es stellt sie. Wer ist dieser Mensch? Was hat er erlebt? Woran denkt sie in diesem Moment?


Licht und Schatten helfen mir, diese Geschichten sichtbar zu machen. Sie erzählen oft mehr als Worte. Ich glaube, dass Fotografie ihre größte Wirkung entfaltet, wenn sie Raum lässt – für die Gedanken der Betrachter und für die Wahrheit des Augenblicks.


Mit Farbenblind möchte ich genau solche Bilder schaffen. Denn am Ende fotografiere ich keine Gesichter – ich fotografiere Menschen in dem Moment, in dem wir uns begegnen.

 
 
 

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